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10.02.2003 Viktorija leidet an Leukämie: Wer hilft dem kranken Mädchen?

Barsinghausen. Der Hilferuf erreicht am Freitagnachmittag die DLZ-Redaktion : "Das kleine Mädchen wird bald sterben, wenn wir nichts tun", sagt Karin Husnjak und ist dabei den Tränen nahe. Ihr Mann Zlatko ist Kroate und hat in seiner Heimat eine sechsjährige Nichte, die an Leukämie erkrankt ist. Für die teuren Spritzen fehlt der Mutter das Geld, eine Knochenmark-Transplantation ist in Zagreb fast unmöglich - die letzte Hoffnung für Viktorija ruht auf den Verwandten in Barsinghausen.


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Die niederschmetternde Diagnose stellen die Ärzte im März letzten Jahres: Viktorija Koscak wird mit Bauchschmerzen in die Abteilung für Pädiatrie des Klinischen Krankenhauszentrums Zagreb eingeliefert, nach detaillierten Untersuchungen steht fest, dass Viktorija schwer krank ist und als Leukämie-Patientin stationär aufgenommen werden muss. "Wir haben erst am Sonntag vergangener Woche davon erfahren", sagt Karin Husnjak. Der Anruf der verzweifelten Mutter kommt für Zlatko Husnjak völlig überraschend - lange hat er nichts mehr von seinen entfernten Verwandten gehört. Der 39-jährige Kroate lebt schon seit mehr als 13 Jahren in Deutschland und hat nur selten Gelegenheit, die Heimat zu besuchen. "Viktorija ist die Tochter meiner Cousine, ich habe das Kind noch nie gesehen", sagt er im Gespräch mit der DLZ. Doch das spiele letztlich keine Rolle: "Ich wäre der erste, der sich für eine Knochenmarkspende typisieren lassen würde." Die Telefonnummer in Barsinghausen habe die nahe Verwandte von seiner Schwester erfahren - sie habe einfach keinen anderen Ausweg mehr gesehen.

Zwei Mal in der Woche muss sie mit ihrer Tochter von Slatina aus in das 300 Kilometer entfernte Krankenhaus nach Zagreb fahren, die heilsamen Spritzen reichen nur noch für drei Wochen. Der Anruf aus Kroatien hat das Leben des Ehepaares, das in einer kleinen Wohnung in der Wilhelm-Busch-Straße lebt, innerhalb von Sekunden verändert. "Wir haben in den letzten Tagen kaum noch geschlafen und Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um der kleinen Viktorija helfen zu können", erklärt Karin Husnjak. Stundenlang waren sie und ihr Mann auf der Suche nach möglichen Ansprechpartnern - ob bei der DRK-Zentrale in Springe, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Deutschen Krebshilfe oder beim Leukämiezentrum in Bonn und vielen anderen Organisationen im Land. Die Aussagen waren identisch: "Wir können zwar helfen, aber das kostet Geld." Leicht gesagt, aber auch Karin und Zlatko Husnjak leben von einem kleinen Einkommen und können nicht aus dem Vollen schöpfen. "Ich habe jetzt schon Angst vor dem Tag, an dem die Telefonrechnung kommt, denn wir haben nicht nur durch ganz Deutschland telefoniert, sondern auch unzählige Male in Kroatien angerufen", erklärt Karin Husnjak die Situation. Kein Wunder, denn die 53-jährige verdient ihr Geld als Schichtarbeiterin bei Bahlsen, ihr Mann als Heizungsinstallateur bei einer Firma in Empelde.

Dennoch überwindet das Ehepaar alle Hürden - außerdem greift das Rote Kreuz in Kroatien helfend ein. Stapelweise schicken die DRK-Mitarbeiter Faxe nach Barsinghausen, in erster Linie Arztberichte aus dem Krankenhaus. Die Mutter hat kein Geld dafür, ihr Mann hat sie und die beiden Kinder verlassen - kurz nachdem die schreckliche Diagnose gestellt wurde. Zusätzlich schalten Karin und Zlatko Husnjak einen Dolmetscher ein, denn für eine mögliche Hilfeleistung des DRK müssen alle Dokumente übersetzt werden. 30 Euro werden dafür fällig - das Ehepaar zahlt die Rechnung klaglos. Trotzdem bleiben nach vielen Tagen alle Versuche ohne Erfolg. "Wir müssen das Kind so schnell wie möglich nach Deutschland holen. Doch dafür brauchen wir Geld und Hilfe, denn aus eigener Kraft können wir das nicht schaffen", sagt Karin Husnjak. Für sie ein Grund mehr, die DLZ-Redaktion zu informieren: "Ich wusste einfach nicht mehr weiter." Deshalb ruft die Redaktion zu einer gemeinschaftlichen Hilfsaktion auf. Wenn nur jeder der 36 000 Einwohner in Barsinghausen zwei Euro spendet, kann der sechsjährigen Viktorija vielleicht geholfen werden! Wer kann Karin und Zlatko Husnjak darüber hinaus wertvolle Tipps geben? Sämtliche Hilfsangebote werden in den nächsten Tagen bei der DLZ unter der Telefonnummer 05105/7707-20 gesammelt und koordiniert. Jeder, der sich - in welcher Form auch immer - an dieser Aktion beteiligt, wird in der nachfolgenden Berichterstattung erwähnt.
© Deister-Leine-Zeitung, 10.02.2003

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