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Die niederschmetternde Diagnose stellen die Ärzte im
März letzten Jahres: Viktorija Koscak wird mit
Bauchschmerzen in die Abteilung für Pädiatrie des
Klinischen Krankenhauszentrums Zagreb eingeliefert, nach
detaillierten Untersuchungen steht fest, dass Viktorija
schwer krank ist und als Leukämie-Patientin stationär
aufgenommen werden muss. "Wir haben erst am Sonntag
vergangener Woche davon erfahren", sagt Karin
Husnjak. Der Anruf der verzweifelten Mutter kommt für
Zlatko Husnjak völlig überraschend - lange hat er
nichts mehr von seinen entfernten Verwandten gehört. Der
39-jährige Kroate lebt schon seit mehr als 13 Jahren in
Deutschland und hat nur selten Gelegenheit, die Heimat zu
besuchen. "Viktorija ist die Tochter meiner Cousine,
ich habe das Kind noch nie gesehen", sagt er im
Gespräch mit der DLZ. Doch das spiele letztlich keine
Rolle: "Ich wäre der erste, der sich für eine
Knochenmarkspende typisieren lassen würde." Die
Telefonnummer in Barsinghausen habe die nahe Verwandte
von seiner Schwester erfahren - sie habe einfach keinen
anderen Ausweg mehr gesehen.
Zwei Mal in der Woche muss sie mit ihrer Tochter von
Slatina aus in das 300 Kilometer entfernte Krankenhaus
nach Zagreb fahren, die heilsamen Spritzen reichen nur
noch für drei Wochen. Der Anruf aus Kroatien hat das
Leben des Ehepaares, das in einer kleinen Wohnung in der
Wilhelm-Busch-Straße lebt, innerhalb von Sekunden verändert.
"Wir haben in den letzten Tagen kaum noch geschlafen
und Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um der kleinen
Viktorija helfen zu können", erklärt Karin Husnjak.
Stundenlang waren sie und ihr Mann auf der Suche nach möglichen
Ansprechpartnern - ob bei der DRK-Zentrale in Springe,
der Medizinischen Hochschule Hannover, der Deutschen
Krebshilfe oder beim Leukämiezentrum in Bonn und vielen
anderen Organisationen im Land. Die Aussagen waren
identisch: "Wir können zwar helfen, aber das kostet
Geld." Leicht gesagt, aber auch Karin und Zlatko
Husnjak leben von einem kleinen Einkommen und können
nicht aus dem Vollen schöpfen. "Ich habe jetzt
schon Angst vor dem Tag, an dem die Telefonrechnung
kommt, denn wir haben nicht nur durch ganz Deutschland
telefoniert, sondern auch unzählige Male in Kroatien
angerufen", erklärt Karin Husnjak die Situation.
Kein Wunder, denn die 53-jährige verdient ihr Geld als
Schichtarbeiterin bei Bahlsen, ihr Mann als
Heizungsinstallateur bei einer Firma in Empelde.
Dennoch überwindet das Ehepaar alle Hürden - außerdem
greift das Rote Kreuz in Kroatien helfend ein.
Stapelweise schicken die DRK-Mitarbeiter Faxe nach
Barsinghausen, in erster Linie Arztberichte aus dem
Krankenhaus. Die Mutter hat kein Geld dafür, ihr Mann
hat sie und die beiden Kinder verlassen - kurz nachdem
die schreckliche Diagnose gestellt wurde. Zusätzlich
schalten Karin und Zlatko Husnjak einen Dolmetscher ein,
denn für eine mögliche Hilfeleistung des DRK müssen
alle Dokumente übersetzt werden. 30 Euro werden dafür fällig
- das Ehepaar zahlt die Rechnung klaglos. Trotzdem
bleiben nach vielen Tagen alle Versuche ohne Erfolg.
"Wir müssen das Kind so schnell wie möglich nach
Deutschland holen. Doch dafür brauchen wir Geld und
Hilfe, denn aus eigener Kraft können wir das nicht
schaffen", sagt Karin Husnjak. Für sie ein Grund
mehr, die DLZ-Redaktion zu informieren: "Ich wusste
einfach nicht mehr weiter." Deshalb ruft die
Redaktion zu einer gemeinschaftlichen Hilfsaktion auf.
Wenn nur jeder der 36 000 Einwohner in Barsinghausen zwei
Euro spendet, kann der sechsjährigen Viktorija
vielleicht geholfen werden! Wer kann Karin und Zlatko
Husnjak darüber hinaus wertvolle Tipps geben? Sämtliche
Hilfsangebote werden in den nächsten Tagen bei der DLZ
unter der Telefonnummer 05105/7707-20 gesammelt und
koordiniert. Jeder, der sich - in welcher Form auch immer
- an dieser Aktion beteiligt, wird in der nachfolgenden
Berichterstattung erwähnt.
© Deister-Leine-Zeitung, 10.02.2003
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